Genug Sozialismus!

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Für mich jedenfalls. Ich meine, weder musste ich je in einem so genannten sozialistischen Staat leben, noch weiß ich, was für DIESES Land gut oder schlecht ist. Ich will mich da auch nicht einmischen. Fest steht jedenfalls, dass Staatsdoktrin nicht mein Ding ist, und dass für mich als Sextourist diese mir nur Knüppel zwischen die Beine wirft. Es geht alles, doch muss man sich top auskennen (wovon ich in diesem Land sicher sehr, sehr weit entfernt bin). Die Leute machen das Beste daraus, freilich muss man die allenortens vorhandenen kleinen Knebel und Fesseln irgendwie heimlich ablegen - hintergehen, was offiziell und Gesetz ist. Das ist natürlich verlogen. Ich meine, mir geht es dabei ja nur um den Spaß. Ich will das nicht angreifen oder auch nur bewerten, fest steht für mich persönlich jedenfalls eins: Es ist kompliziert und von daher eher spaßbremsend... letztere Vokabel steht auf meiner persönlichen “Top Ten List” aller Antiwörter wohl mit ganz oben.

Fazit meines klitzekleines Vietnam Ausfluges:

Vom sextouristischen Standpunkt aus betrachtet, lohnt Vietnam meiner Meinung nach nicht. Bitte, ich war nur kurz da, und meine Sichtweise ist subjektiv. Was mich nicht davon abhalten soll, einige Vergleiche zu ziehen.

Ich war nur in Vung Tau. Saigon ließ ich aus besagten Gründen (Abzocke droht, alles ist noch komplizierter) links liegen. Vom Norden Vietnams, also etwa Hanoi, hört man noch entzauberndere Worte: er ist spröder als der Süden, spaßtechnisch betrachtet. Von daher suchte ich mir also ganz bewusst Vung Tau aus, von dem es in meinem Reiseführer (Reise Know How) heißt, es sei “das kleine Pattaya Vietnams”. Na ja. Kann nur eine Frau geschrieben haben, weil sie irgendwo mal eine rote Lampe an einer Bar gesehen hat. Wenn man also davon ausgeht, dass für Neulinge oder spaßsuchende Kurzurlauber wie mich dieser Ort sozusagen das non plus ultra in diesem Land darstellt, muss der Rest ernüchternd, ja niederschmetternd sein.

Vietnam lohnt also nicht für einen reinen Sexurlaub. Zu kompliziert, und auch zu teuer. Für das Geld habe ich anderswo viel mehr Spaß, oder andersherum, Spaß, wie ich ihn in vielen anderen Ländern leicht haben kann, bekomme ich hier eher gar nicht. Der Hauptgrund, warum ich unbedingt mal dieses Land bereisen wollte, waren die vielen süßen Vietchicks, die ich in Kambodscha kennen gelernt habe. Aber dort ist alles viel einfacher und billiger, man hat mehr Spaß für weniger Geld, mit weniger Aufwand, es ist EASY. Und, mal ganz ehrlich: schöner waren die Mädels in Vung Tau wahrlich nicht. Im Martinis in Phnom Penh treffe ich auch Vietnamesinnen, und die sind eigentlich sogar besser. In jeder Beziehung...

Ich hoffe denjenigen, die eh mal in die Gegend wollten, ein paar gute Tipps, Eindrücke und Einschätzungen geliefert zu haben mit diesem Bericht. Und all denjenigen, die sich derzeit noch überlegen, ob die das Land bereisen wollen oder nicht, vielleicht eine Entscheidungshilfe gegeben zu haben. That’s it!

Jungs, oft kommt die Frage, ist nun Land A oder Land B besser für uns. Meine Meinung dazu ist, man kann die Länder nicht wirklich vergleichen, es ist wie mit den Äpfeln und den Birnen. Brasilien oder Kambodscha? Es ist viel Geschmacksache dabei, um nur einen der Gründe zu nennen, warum es nun mal Brasilienfans gibt und Kambodaschfans. Jeder mag das für sich entscheiden. Trotzdem, wenn ich z.B. Vietnam und Thailand sehe und mich frage, wo will ich meinen nächsten Urlaub verbringen, da kommt nur Thailand in Frage. Und das, obwohl auch in Thailand Prostitution offiziell nach wie vor verboten ist. Was freilich in diesen beiden Ländern draus gemacht wird, ist völlig unterschiedlich. Thailand ist Spaßkultur, Vietnam kompliziert. Nicht wegen der Menschen, die sind nett und haben meine Hochachtung. Das System dort ist noch nicht so weit, den Menschen genügend Freiheiten zu lassen.

So, das war eine kleine Exkursion in die Untiefen meiner heilen Weltsicht und der daraus resultierenden Schlüsse. Das soll aber nun reichen, ich will Euch nicht langweilen, trotzdem war es irgendwie nötig und wie ich finde wichtig, ein paar grundsätzliche Dinge dazu anzubringen - schon deshalb, weil ich nichts beschönigen will. Das würde niemandem nützen.

...

Mein Entschluss abzureisen kam also recht bald. Ich hatte fünf Nächte im Rex verbracht, wovon ich noch zwei mehr oder weniger allein war, weil ich aus Kambodscha wohl mal wieder “Montezumas Rache” mitgebracht hatte. Nüchtern betrachtet war meine “Ausbeute” an Mädels absolut mager, ich will erst gar nicht anfangen zu zählen, aber in manchen Zeiten habe ich das in Phnom Penh, Patpong oder in Soi 6 in Patty an einem Nachmittg bewältigt. Oder in zwei Stunden, wenn’s denn mal wieder gegeilt hat WINK

Wie auch immer, am Tag vor meiner Abreise betraute ich die Reception des Rex damit, mir kraft meines offenen Tickets mit der Vietnam Airlines einen Sitz zu buchen. Das klappte prima, und hat sage und schreibe fünf USD gekostet. Auch das Taxi habe ich über das Hotel klar gemacht (Hotel Driver, 50 Bucks).

Ich hatte aber noch Zeit und Muße, den sich neben dem Hotel befindlichen Beauty Salon zu frequentieren, meine Haarpracht hatte eine ungewöhnliche Länge erreicht und auch meine Nägel bedurften der Pflege. Der Salon, eigentlich ist es ein winziges Häuschen gleich neben der Hotelbar, offeriert nebenher auch “facial and body relaxing massage”. Klingt doch viel versprechend... Die Besitzerin und ihre Angestellte erledigten das professionell und fix. Mit der Chefin kam ich ins Gespräch, sie konnte etwas Englisch.

Woher ich käme, wollte sie wissen. Germany! Sie überlegte kurz, dann angestrengt, es fiel ihr aber nichts dazu ein. Es war ihr auch etwas peinlich, darum versuchte ich, ihr etwas auf die Sprünge zu helfen: “Berlin?” Wieder angestrengtes Überlegen und verlegenens Lächeln. “Hitler!” entfuhr es ihr mit einem Mal und mit breitestem Grinsen. Sie war offenbar froh, doch noch etwas mit meinem Land verbinden zu können. Nein, dass dieser Antimensch irgendwie negativ besetzt sein könnte, darauf kam sie nicht, ich sah es an ihrem entwaffnend freundlichen Lächeln. Also natürlich nicht böse gemeint oder so. Das kann doch nicht sein, dachte ich bei mir, während ich ähnlich entwaffnend freundlich zu lächeln versuchte, dass meine Heimat auch nach über 60 Jahren offenbar mancherorts nur mit dieser menschlichen Katastrophe in Verbindung gebracht wird. Natürlich wollte ich das nicht wahr haben (wenn sie wenigstens “Mercedes” gesagt hätte, oder “Beckenbauer”!) und versuchte, ihr aus dem Fettnäpfchen zu verhelfen, derweil sie ganz offensichtlich nicht merkte, dass sie mittlerweile bis zum Hals in ihm stand.

“Erich Honecker!” konterte ich, nun fast schon etwas zu konzentriert freundlich grinsend (vielleicht war dieses Grinsen inzwischen auch schon etwas verkniffen), und in der Annahme, dass sie als Bewohner eines der ehemaligen Bruderstaaten der ehemals besseren Hälfte meines nun gottlob vereinigten Landes doch schon mal was von dem Mann gehört haben müsse. Freilich erwartete ich nicht, dass sie den alten Erich in ihrer Einschätzung irgendwie höher hängen könnte als den Obernazi. Nein, das tat sie auch nicht. Schlimmer: von Erich hatte sie nie etwas gehört, was sie nach erneutem angestrengten Überlegen auch kundtat. Da habe ich mich so bei mir doch wirklich mal gefragt, was bedeutet eigentlich Geschichte, was bleibt hängen, was lernen wir aus ihr? Eine Antwort auf diese Frage habe ich bis Heute nicht gefunden WINK 

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Dabei, blöd war die Frau nicht. Sie war geschäftstüchtig. Während ihre Kollegin mir die Ohren (!) säuberte, mit irgendwelchen langen Metallwerkzeugen, und so für meine wahrscheinlich dickste Gänsehaut der letzten Jahre sorgte, schlug sie mir eine Massage vor. Nein, im Hotel sei das nicht möglich, verboten. Warum nicht, sagte ich, und es ging in den sich anschließenden Raum, oder sollte man sagen, Besenkammer... OK, eine Liege passte rein und somit auch ich in voller Länge. Der Vorhang wurde zugezogen, und was nun kam war eine... sehr gute 2 h Massage, mehr nicht. Dabei hätte sie durchaus Geld verdienen können, aber ich schätze, das steht dort nicht auf dem Programm. Es war mir egal, der Flug nach Phnom Penh war gebucht und ich hatte für die nächsten Nächte durchaus eine konkrete Vorstellung davon, wie ich mich für das Entgangene entschädigen würde.

Die Fahrt nach Saigon verlief, bis auf die Kühe auf der Autobahn und einem heftigen Regengewitter, unspektakulär. Der Verkehr in Saigon ist mörderisch, und wenn in Vung Tau auf ein Auto etwa 1.000 Motorbikes kommen, so kommen hier auf zehn Autos etwa 10.000 Motorbikes. Am Check In Counter bockte man etwas, ich musste für mein Übergepäck (ja, ich hab immer zu viel dabei) ein paar Dollar Gebühr bezahlen, war nicht sehr teuer.

Im Duty Free Bereich hatte ich noch genügend Zeit, um eine Kokosnuss zu verzehren sowie einige Biere, Stückpreis je etwa ein vietnamesischer Wochenlohn. Na ja, fast. 

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Also los, good old Cambodia wartet auf mich. Die Aufregung und Vorfreude bei meiner erneuten Einreise war eigentlich nur deswegen nicht ganz so groß, weil meine letzte Ausreise noch nicht so lang her war - das macht relativ cool.

In Phnom Penh noch mal kurz im Big Luck eingecheckt, für zwei oder drei Nächte. Besuche in den üblichen Bars, die üblichen Verdächtigen getroffen und Sex vom Allergemeinsten. Dazu die eine oder andere Flasche Vodka im Martinis mit Kumpels vernichtet. Mit einem von diesen mal eben im NAGA Casino vorgeführt bekommen, wo der Bankvorteil beim CARIBBEAN STUD POKER liegt... eine teure Erfahrung.

Irgendwann den Entschluss gefasst, amazing Sihanouk Ville (Kompong Som) zu besuchen. Ich war schon mehrmals dort, allerdings ist etwas Zeit vergangen seit dem. Hatte die Stadt in durchaus angenehmer Erinnerung, nur das Angebot an Mädels nicht wirklich, weshalb ich eine der Schönen der Nacht aus PNH mitnahm. Ein Fehler. Erstens haben sich die Zeiten in SHV diesbezüglich zum Guten gewandelt, zweitens habe ich bei der Auswahl meines Chicks nicht gerade ein gutes Händchen bewiesen.

Wir fuhren also frühmorgens mit dem Taxi los (im Hotel für 40 USD gebucht, es gab auch Angebote für 30 Dollar am Riverside). Ich brauch ja immer eher ein großes Auto, und man versprach mir eins in gutem Zustand. Na ja, war ok.

Frühstück unterwegs: Es gab dieses wirklich leckere Baguette, welches im Kambodscha überall von fahrbaren Straßenständen angeboten wird. Baguette zu backen haben sie bei den Franzosen gelernt, das schmeckt deutlich besser als bei uns. Belegt wird es oft, so auch in diesem Fall, mit etwas, was eine Mischung aus Leberkäse und Gänseleberpastete zu sein scheint. Je nach Tageszeit hat dieses gekutterte Fleisch schon mehr oder weniger viele Stunden in der Hitze und ohne nennenswerte Kühlung hinter sich, was teils an der Verfärbung sichtbar wird, die den Fleischklops, von dem alles abgeschnitten wird, von außen nach innen dunkler werden lässt. Dazu etwas scharfe Sauce, noch eine undefinierbare Flüssigkeit aus einem nicht wirklich freundlich aussehenden Topf und eine ganze Frühlingszwiebel dazu, fertig. Echt lecker. Für meine Freundin und den Fahrer. Ich hab das Baguette lieber trocken gegessen, habe da so meine Erfahrungen machen müssen in diesem Land und war froh, dass die Geschichte bei mir gerade mal wieder eine annehmbare Konsistenz angenommen hatte...

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