Santiago

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Nach einigem Suchen und Fragen fanden wir auch meine Casa.

PEDRO & ORLANDO
Calle No. 13 (Calle Ene) entre 4ta y Ave. Cespedes
Al lado del Hotel Santiago
Tel. 654284

Es war immerhin mitten in der Nacht, aber Pedro und Orlando nahmen mich sehr freundlich auf. Der letzte Gast hatte erst an diesem Tage das Zimmer verlassen. Da man mich erst morgen erwartete, war es noch nicht geputzt. Die beiden machten das in ca. einer Stunde (ziemlich gründlich für die Uhrzeit) klar. Ich ging erstmal zu diesem Imbissstand an der Ecke, Bier kaufen, trank auch 2 oder 3. Danach fiel ich in den wohlverdienten Tiefschlaf.

Die Casa ist ziemlich gut. Man hat einen separaten Eingang, einen eigenen Schlüssel und muss nicht durch irgendwelche Wohnzimmer stiefeln. Ein  kleiner Eingangsbereich mit Sitzgelegenheiten. Das Zimmer groß, zweckmäßig ausgestattet. AC, 2 Betten. Dann eine “Küche” mit großem Kühlschrank. Das Bad auch OK, wenn auch das Wasser wie meistens in Santiago nicht gerade in Strömen aus dem Duschkopf schoss. Alles sehr sauber, wird täglich gründlich geputzt. 20 $. Pedro spricht etwas Englisch, Betonung auf “etwas”. Ich spreche so gut wie kein Spanisch, aber wenn wir unsere paar Vokabeln zusammenlegten, klappte die Kommunikation doch schließlich ganz gut.

Das Casa liegt nicht zentral in Santiago. Man muss ca 2 $ mit dem Taxi verfahren, einfache Tour. Es liegt gleich beim “Hotel  Santiago”, eine Gegend mit vielen kleinen Häuschen, die teils auch privat vermietet werden. Für den Carneval allerdings lag die Casa ideal; das Ganze fand praktisch um die Ecke statt. Aber der Umstand  der Lage sagt mir persönlich nicht so zu, ggf. würde ich lieber zentral wohnen wollen. Zudem bin ich ganz und gar nicht mit den Betten klargekommen, die sind ziemlich durchgelegen (Rückenschmerzen  bekommen), so dass dieses Haus für mich eh nicht mehr in Frage käme.

Gegessen habe ich an den ersten Tagen schräg gegenüber in einer anderen Casa (Pedro hat’s vermittelt). Das Essen war ganz gut und nicht zu teuer. Man sprach deutsch. Ich bestellte für abends was ich essen wollte und machte eine Uhrzeit aus. Das hatte den Nachteil dass ich jedesmal aus der Stadt mit dem Taxi kommen musste. Zudem hatte ich manchmal um die Zeit dann entweder keinen  Hunger oder hätte eigentlich was Besseres vorgehabt. Also das habe ich dann nach 3 Tagen gecancelt.

Ich lernte allmählich die Stadt kennen. Wo soll ich bloß anfangen...
Am besten wir machen mal einen kleinen

Rundgang durch Santiago

So groß ist Santiago nicht. Schaut Euch die Karte an. Beim Hotel Santiago habe ich zuerst gewohnt, da ist auch das Hotel Americas, mit Disco. Die Karte hab ich selber aus dem Net, die gelben Markierungen könnt Ihr vergessen, das sind Casas, tut hier nichts zur Sache. Die Plätze sind grün. “Marti” ist ein Fehler, es muss heißen “Martes” (Marti gibt’s auch). Da ist eh nix los zum Aufreißen. Am Dolores gibt’s immerhin eine Eckkneipe, da geht gelegentlich was. Der Platz selber ist für die Lesben- und Schwuchtelabteilung. Den “Icecreampark” kann man getrost  vergessen, nix los. Aber wer weiß, das kann sich schlagartig wieder ändern.

Wo sich das Leben zu meiner Zeit abgespielt hat: Parque Cespedes. Da ist auch das Hotel “Casa Granda”. Man kann prima oben auf der Terasse sitzen, Mojitos schlürfen und dem Treiben auf dem Platz zusehen. In den ersten Tagen waren dort ab Nachmittags immer ca. 20 - 30 Hühner (was man so sofort mitnehmen konnte). Später, als Mariachi und der Baron kamen, wurde es plötzlich weniger. Möglicherweise eine Polizeiaktion.

Der Cespedes

Der Ausblick vom CASA GRANDA

Transportiert wird mit allem
...was Räder hat!

Zuerst war die Süße etwas knatschig - ein paar Minuten  später hat sie mir zugewunken... So sind die Weiber halt!

Ein Mojito entsteht...

“Mein” Chulo Carlos
und seine Jaqueline

Diese drei Hühner saßen abends im Casa Granda rum. Die mit dem Daumen wollte ich eigentlich anmachen. Aber die hatte zuviel Fett an den falschen Stellen. Auf die Dünne links bin ich später noch scharf geworden. Wir sind alle ins “La Iris”, eine Disko am Plaza Martes (Carlos auch, ratet mal, wer bezahlt hat...). Nachdem die Dünne nicht auf mich angesprungen  ist habe ich mich aus dem Staub gemacht, mit Carlos. In der Disko war total tote Hose. Carlos hat mir in den ersten Tagen einiges gezeigt, dafür habe ich ihn mehr oder weniger ausgehalten. Er war unterm Strich aber wirklich korrekt. Ich hatte ihm nur gleich am Anfang gesagt, wenn ich sage es ist Feierabend, dann IST Feierabend.

Alles klar. Jetzt passierte Folgendes: Das fette Huhn hatte mich beim Abgang aus der Disko schon angelutscht, ich solle ihr Geld geben für das Taxi. Habe ich nicht gemacht. Bin ich Jesus?  Zum Casa Granda sind es zu Fuß 2 Minuten. Nach hause fahren können die auch mit dem Bus. Jedenfalls fühlte ich mich nicht zuständig. Jetzt kam uns draußen die Dünne hinterhergelaufen und sprach mit Carlos. Der übersetzte: Ich solle ihr Geld geben für’s Taxi. Ich dachte ich spinne. Ich hatte den Hühnern einen ausgegeben, aber wieso sollte ich für sie bezahlen? Für was? Ich erklärte es Carlos noch einmal freundlich. Als er nicht aufhörte wurde ich deutlich: Feierabend. Er bekam große Augen und wollte es nicht glauben. Ich ließ ihn stehen und machte klar, dass ich von nun an alleine durchs Leben schreiten würde...

Ich ging also ins CASA DE LA TROVA (das ist gleich um die Ecke beim Casa Granda, später mehr davon), Musik hören und Mojito trinken. Ganz nett  für den ersten Abend, dachte ich.

So sieht ein durchschnittliches cubanisches Klo in einer Kneipe aus. Das ist noch die gepflegtere Variante. Wasser zum Spülen gibt es nicht.  Geschweige denn zum Händewaschen. Habe manche vollgesch... Schüssel gesehen. Dann hilft nur eins: Ab in die Büsche, wenn denn welche vorhanden sind. Aber vor jedem Scheißhaus haben sie einen postiert der einem einen viertel Dollar abnimmt! Das ist Cuba...

Anschließend noch ins “La Klaquetta” (?), eine verkommene Open Air Kneipe mit gemischtem Publikum. Egal, ich hatte eh einen sitzen. Und zwar so, dass ich eine Negra mitnahm, die ich nüchtern nie mitgenommen hätte. Egal. Ich hab’ ja Urlaub. Ja, einen hängen hatte ich - das einzige Foto von der Dame, ohne Kopf ;-). Habe sie noch etwas frisch gemacht, aber meinem Zustand entsprechend war nicht mehr viel los. Es kam ja auch noch der Jetlag dazu, immerhin war’s der erste Tag. Ich glaub am Morgen hatte ich dann auch keinen Bock mehr auf das Chick. Ich weiß gar nicht mehr  wieviel ich ihr gegeben habe, irgendwas zwischen 10 und 15. Geschenke hat sie auch nicht bekommen. Für das bisschen Flachliegen.

Ich hatte ein paar Trockenfeigen dabei, für’s Frühstück. Ich bot ihr eine an. Dann, als sie ging, fing sie plötzlich an irgendwelche Sachen, so auch die  Tüte mit den Trockenfeigen, in ihr (allerdings sehr kleines) Handtäschchen einzupacken! Einfach so. Dass ich zusah störte sie nicht im Geringsten. Ich nahm ihr die Sachen wieder ab. Dann wollte ich noch einen Blick in die  Tasche werfen, sie hat es aber verhindert. Ich hätte mich durchsetzen sollen. Sie hat mir mein neues Farenheit geklaut! Draußen bei der Verabschiedung hatte sie auch noch die Frechheit zu fragen, ob ich sie am Abend wiedersehen  wolle. Nein! Ob sie nach mir suchen solle. Nein! Diese Schlampe. Das mit dem Parfüm habe ich zu spät bemerkt. Immerhin sollte es das einzige Mal bleiben, dass mich eine beklaut hat. Habe mich geärgert.