Anreise

So machte ich mich denn eines sehr frühen morgens auf zum Airport FRA. Neuerdings hängen bei der LH überall beim Einchecken große Schilder: Man  darf nur noch ein Gepäckstück aufgeben, plus nur noch ein Handgepäck, max. 7 kg glaube ich. Außerdem steht da so ein “Test Unit” für’s Handgepäck, das muss da reinpassen. Ich sah schon meine Felle davonschwimmen - einige der Fluggäste hatten ziemlich Ärger deswegen. Mein Handgepäck war deutlich zu schwer (in Orly hatte ich Gelegenheit es zu wiegen: 14,6 kg), mein Koffer sowieso. Gottseidank wurde meine Reisetasche dann weder  gewogen noch nachgemessen (hätte nie gepasst). Der Koffer brachte genau 31 kg auf die Waage (max. 20). Die Stewardess hat noch nichtmal gezuckt. Glück gehabt!

Der Hüpfer nach Paris verlief wie so ein Hüpfer  halt verläuft. Man ist froh endlich anzukommen. Die Eincheckerei und die Warterei nerven doch immer, vor allem wenn man noch so eine Strecke vor sich hat... In Orly bin ich dann plötzlich wachgeworden. Die  Anzeigetafel zeigte ein Wort an bei meinem Flug, das kannte ich noch nicht. Hab’s auch vergessen. Es war nicht “canceled” oder delayed”, es war was völlig Neues für mich. Die Dame am Auskunftsschalter sah mich nur besorgt an: “Cuba? The flight is cancelled!” Ich konnte es nicht glauben. Zum ersten Mal befiel mich der Verdacht, ich könnte mit meiner Entscheidung für Cuba einen Fehler gemacht haben. Erstmal weiter zum Cubana  Schalter. Schalter? Die Vertragsfirma heißt AOD oder AOM oder so, eine französische Charterfirma. Bei der Cubana sei niemand zu erreichen sagte mir die immerhin sehr freundliche Dame. Ich solle erstmal mein Gepäck besorgen, das war nämlich eigentlich durchgeschleift bis Holguin. Das habe ich dann auch problemlos bekommen.

Die Dame wollte in einer Stunde oder so mal den  “Cubana Manager” in Paris anrufen, bisher lief da immer nur ein Band. Ich habe schon überlegt alles hinzuschmeißen und mich in den nächsten Flieger nach Bangkok zu setzen, ehrlich! Was war ich angefressen. Nach einiger Zeit teilte mir dann diese Dame mit, der  Flieger aus Santiago sei “nicht angekommen”. Also offenbar auch nicht abgeflogen. Ich solle am nächsten Tag fliegen. Ich fragte sie, wann denn dann die Gäste von morgen fliegen würden. Übermorgen? Jedenfalls hat sich das Problem doch noch zu meiner Zufriedenheit erledigt: Man hat eine Ersatzmaschine besorgt, die freilich erst am Abend ging (nochmal 6 h mehr Wartezeit). Das Einchecken aber fand pünktlich statt. Cubana  stellte ein Hotel nebst Transfer und Essen. Immerhin. So habe ich dann noch eine ganz gute Mahlzeit eingenommen in dem Hotel (das können die Frenchies) und einige Stunden geschlafen. Und dass ich nochmal duschen konnte vor dem Flug, na prima.

Beim Einchecken habe ich übrigens noch einen Kumpel aus dem Santiago Kinderforum kennen- gelernt, wir haben uns für den Flug zusammengerottet und die Rumbestände dezimiert. Dummerweise habe ich seine Email Adresse verschludert, so dass ich ihm nicht wie versprochen was erzählen kann.

Er ist nach Havanna geflogen. Der Flieger  war ziemlich eng bestuhlt, war ja nicht anders zu erwarten. Hinten konnte man sogar rauchen. Bin zwar Exraucher, aber wir haben uns hinten die Cuba Libres (2$!!) reingezogen. War nett mit dem Kerl. Die  Stewardessen machten zwar einen herzerfrischend kernigen Eindruck. Unterm Strich aber war’s o.k. mit dem Service. Vielleicht hatte ich auch nur noch Schlimmeres erwartet....

Immerhin, ich war wider Erwarten noch am richtigen Tag angekommen in Holguin, nur mitten in der Nacht. Der Zoll hat mich nicht gefilzt, Mehl gehabt! Wäre sonst evtl. teuer geworden, wenn ich mir so die Geschichten anhöre. Jedenfalls hatten die Zöllner in Holguin wohl so spät in der Nacht auch kein Bock mehr auf Arbeit. Der Beamte an der Passkontrolle  meinte nur dass ich das erst Mal in Cuba sei - und ob ich eine Freundin hier hätte! Schön blöd. Er bemerkte aber gleich seinen Irrtum und entschuldigte sich. Das war’s für mich!

Zollabfertigung in Holguin...
kein Schwein da!

Mein ursprünglicher Plan war gewesen, ich wollte mir nach der anstrengenden Reise erstmal für eine Nacht eine Casa in Holguin besorgen. Aber dafür war es mir nun schon zu spät. Also habe ich estmal versucht in einem der Reisebusse mitzukommen (waren einige AIs dabei). Hat nicht geklappt, es ging kein Bus nach Santiago. Aber da hatten einige andere das gleiche Prob wie ich. Nur sprach niemand von denen Englisch. Es waren Cubanerinnen und einige Franzosen. Ich dachte mir, abwarten, sollte noch ein Plätzchen frei sein bekomme ich es. So kam es dann auch. Ich fuhr mit 2 Französinnen (eine habe ich ein  paar Tage später wiedergetroffen in Santiago, mit ihrem Cuba Stecher) und einem Franzosen nach Santiago. Dauer ca. 4 h. Kosten zusammen 80 Bucks, für mich also 20. Günstig! Habe die Fahrt mehr oder weniger verpennt. Nur einmal  bin ich abrupt geweckt worden, der Fahrer musste in die Eisen. Ein gewaltiges Schlagloch auf der Straße. Wer da rein fährt kann sein Auto vergessen. Immerhin war dieses Loch “abgesichert” durch eine Eisenstange. Die hatte jemand einfach im Loch aufgestellt. Wer da reinprasselt hat erst recht verloren...