Einkaufen im Nakumatt

Nun, die Sache mit den Schuhen ging bekanntlich gründlich in die Hose. Warum muss ich auch so große Füße haben... aber so ziemlich alles, was man im Urlaub zum täglichen Gebrauch benötigt, kann man im NAKUMATT Einkaufszentrum bekommen. Von Bad- und Kosmetikartikeln über Getränke, Chips und Süßigkeiten bis zu Kleidung und tiefgefrorenem Fleisch. Ja, ein Kumpel, der mit seiner Freundin in einem der Apartments wohnte, hat dort regelmäßig Koteletts von ausgezeichneter Qualität gekauft und dazu Spaghetti gemacht. Ich war ein paar Mal eingeladen. Ein Genuss! Doch zum kenianischen Essen, und warum ein paar Spaghetti so lecker sein können, später mehr.0343a

Wer nicht Selbstversorger ist, wird trotzdem gelegentlich hier vorbeischauen, denn es gibt auch ein Internetcafe, das beste das ich sah in Kenia, da gab’s trotzdem nur Ventilatoren. An die 14er Monitore und die lahme Verbindung musste ich mich auch erst gewöhnen.

Außerdem ist im Nakumatt ein ausgezeichnetes Frühstücks Restaurant - jedenfalls habe ich dort immer das amerikanische Frühstück genossen, wenn auch teils mit langer Wartezeit verbunden. Aber was sage ich, ist normal in Afrika.

Es gibt auch eine Pharmacie und alle möglichen Shops, auch für Telefonkarten z.B.

BTW, Bier einzukaufen lohnt sich kaum. Ich habe mal ein paar Dosen (Flaschen sind ja schwer) eingekauft und dann im Hotel festgestellt, dass das teurer war, als im Hotel zu bestellen. Ich habe danach alle paar Tage im Restaurant angerufen und mir den Kühlschrank voll machen lassen mit Bier und Coke.

0344

 

0345

 

0346

 

0347

 

0348

 

Tipp: Handy in Kenia

Nehmt Euer Mobil mit!!! Das vereinfacht vieles, vor allem das Klarmachen von Hühnern und Verabredungen mit Freunden. Man kann überall Sim Karten kaufen, man bekommt eine entsprechende Nummer, kauft prepaid Einheiten dazu, und schon kann’s losgehen. Das Telefonieren in Kenia ist nicht so billig wie in Thailand z.B., aber die paar Gespräche, die man mit den Nutten führt, gehen kaum ins Geld. Anders sieht es mit Gesprächen ins Ausland aus, die sind richtig teuer. Aber bitte nicht der Freundin das Mobil leihen, es leer (wenn überhaupt) zurückzubekommen, ist normal.

0349aSMS ist natürlich schwer in Mode, weil es nicht viel kostet. Ebenso haben die Mädels die nette Angewohnheit, es einmal klingeln zu lassen in der Annahme, man wird schon zurückrufen. Schließlich ist telefonieren teuer und Muzungus sind reich. Es nervt nach einiger Zeit auch, dass alle möglichen Mädels anrufen, die dringend mal wieder vorbeikommen wollen, weil sie einen so nett finden bzw. weil die Miete noch nicht bezahlt ist, oder die einen BH, einen Schlüpfer oder einen Lipstick vergessen haben, und zwar weil die Miete noch nicht bezahlt ist. Man braucht schon gute Nerven in Afrika. Ich habe das Teil hinterher nur noch angeschaltet, wenn ICH telefonieren wollte.

Girls, Girls, Girls...

Christine habe ich beim Shoppen im Nakumatt kennen gelernt, im Telefon Shop. Sie half mir die Einheiten freizuschalten - und wir tauschten unsere Nummern aus. Was jetzt kommt ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man es NICHT machen sollte... der Abend wurde etwas teuer, bei durchschnittlichem Spaß. Er hat mich sage und schreibe 20.000 KSH (etwa € 230) gekostet, obwohl ich ihr selber nur 1000 gegeben habe. Dabei fing alles ganz harmlos an: Ich fragte sie, ob sie mit mir essen geht, na klar bejahte sie, und ob sie ein nettes Restaurant wisse, etwas typisches, etwas kenianisches. Wusste sie. Ob ich gerne Fisch essen würde. Sicher, wir sind am Meer, und was geht über einen frischen, gebratenen Fisch... Wir mussten nur noch mit dem Taxi hin, und weil das Restaurant “etwas abgelegen” sei, wäre es besser, gleich ein Taxi für den ganzen Abend (also die ganze Nacht) chartern würden. Alles klar, ich bin ja nicht geizig. Los ging’s. Ich dachte nun, sie würde mir ein kleines, romantisches, verträumtes Lokal zeigen, in dem nur Einheimische saßen bei entsprechender Küche. Weit gefehlt! Es war das wahrscheinlich teuerste Lokal weit und breit, nur Touristen saßen da, meist in Gruppen, mindestens aber als Pärchen. Sie war, die Bedienungen außer acht gelassen, die einzige Schwarze. Wir also rein, der Kellner fragte “für wie viele Personen”, ich ging vor, wie es sich gehört, Tisch direkt am Wasser.

Den anderen Gästen fiel allesamt die Kinnlade runter. Da traut sich doch glatt so ein dreckiger Sextourist mit seiner schwarzen Nutte in dieses First Class “wir sind hier unter uns weil alles so teuer ist” Lokal!!! Unverschämtheit. Das Essen: Mäßig. Sie nahm etwas Überbackenes, mit Käse (Fisch natürlich), so was gibt’s bei uns in der Fußgängerzone bei der Nordsee für 9,90. Wenn schon, denn schon, sollte ich jetzt kneifen? Also ein Flasche voll des französischen Weines bestellt. Alles Perlen vor die Säue... aber sie hat es genossen. Die Stimmung war mehr als kühl, unpersönlich. Die Rechnung mehr als fett. Nur gut, dass ich immer Geld dabeihabe.

OK, weiter mit dem Taxi, ich wollte mir mal die MAMBA Disse angucken, die liegt etwas abseits, beim Nyali Beach raus. Saftladen! Man muss gefühlte 300 Stufen (oder sollten es geringfügig weniger gewesen sein) runter, in den fast leeren Laden. Etwa 30 Gäste verteilten sich auf den Platz, der für 1000 gedacht war. Davon 20 Mädels, von denen keine Notiz von uns nahm. OK, ich war in Begleitung, aber ich hatte das ungute Gefühl, hier ging auch nichts, wenn ich solo gewesen wäre. Die tanzten alle selbstverliebt vor sich hin, an Geld oder Freiern waren die jedenfalls nicht interessiert. Es gab allerdings auch keine. Kein Vergleich mit den anderen Läden, absolut nicht. Also nach 2 Drinks weiter, zuletzt sind wir im TEMBO gelandet, ich hatte schon einen Haufen Kohle verschossen, und musste schon meine eiserne Reserve in Form von 100 Euro in der Disse wechseln, natürlich zu einem absolut beschissenen Kurs.

Nach ein paar weiteren Drinks hatten wir alle Lampen an und ich wollte mal ein anderes Hotel mit ihr ausprobieren. Was für eine Schnapsidee... Sie meinte, in Mtwapa gebe es eins für 750 Shilling. Also rein ins Taxi, zu einem Hotel gefahren, dem Taxler mal eben zu einem mittleren Zweiwochenlohn verholfen. Wer wird denn jetzt knausern. Das Hotel, auf den Bildern sehe ich erst jetzt, es ist das KENDAL VILLAGE HOTEL (nicht zu verwechseln mit dem KENDAL HOTEL, welches dem gleichnamigen Club angeschlossen ist, komme später drauf zurück), auch ein Saftladen. Ich bezahle 1500 im voraus, die Bar ist geschlossen, es gibt weder Bier, noch, was schlimmer ist, Wasser. Muss erst den maulenden Hotelboy losschicken, was kaufen. Das kostet. Vor allem: das dauert. Schon etwas angenervt in das spartanisch eingerichtete Zimmer, immerhin Dusche und AC. Wir duschen, ich lege sie auf einem der schmalen Betten flach. Schaue mehr zufällig, die Lage abcheckend, in Richtung Tür. Da ist auch ein Fenster. Der Vorhang ist, natürlich nicht zufällig, so präpariert, dass man von außen reingucken kann. Das macht der Hotelboy auch. Ich springe wie von Furien gehetzt auf und reiße die Tür auf. Er gibt Fersengeld. Wir machen weiter mit dem Programm, von dem mir zum einen vor allem im Gedächtnis geblieben ist, dass ich mit einem überstehenden Bein, an dem mein Fuß hing, eine der beiden Bierflaschen, die ich in Ermangelung eines Kühlschranks auf dem Boden deponiert hatte, dermaßen unglücklich traf, dass sie in 1000 Scherben zerbrach. Und in eben so viele Splitter, von denen einer sich in meinen großen Onkel bohrte, welcher mit starkem Bluten reagierte. Zum anderen blieb von der Nummer selbst haften, dass sie zwar gut durchwachsen versaut war, so vom Temperament her, aber durch ihr ständiges “OOOHHHH YEAH! SWEEEEETY!” ziemlich zur Lachnummer geriet, so insgeheim jedenfalls, “Sweety!” Und das am laufenden Band. Außerdem machte sie beim Mundschuss ein etwas verkniffenes Gesicht, aber das haben nun mal nicht alle Hühner drauf, das ist angeboren.

OH, mein Gott.

Dann war die Nacht, sollte es nicht eigentlich ein schöner Abend werden, auch schon fast rum. Sie musste nämlich pünktlich und früh ihren Job im Telefonshop antreten, hundemüde, wie wir waren, blieben uns noch sage und schreibe 45 Minuten zum Schlafen. An Morgennummer natürlich nicht zu denken! Scheiße, war das scheiße. Wenn man alle Anfängerfehler auf einmal macht, fällt das Lehrgeld halt etwas höher aus. Ihr macht den Fehler nicht, Ihr habt den Vorteil, vor Eurem Kenia Urlaub diesen Bericht gelesen zu haben, gg.

Es war dann aber noch mal ganz interessant zu sehen, wie sie wohnte, seht die Bilder. Nein, nicht was Ihr denkt. Slums sehen anders aus in Kenia, ganz anders. Sie wohnt in einer bevorzugten Gegend, da haben die Häuser richtige Mauern. Wie gesagt, ich habe ihr “nur” 1000 gegeben, gemessen an dem, was der Abend gekostet hat, ein Trinkgeld. Sie war damit anscheinend zufrieden, vielleicht hat sie auch nur deshalb nicht gemault, weil sie dachte, sie habe einen fetten Fisch an der Angel. Weit gefehlt... habe mich losgerissen vom Köder und dann auf und davon. Einmal reichte. Es ist auch nicht so, dass sie irgendwie davon beeindruckt war, dass ich soviel Kohle rausgeschmissen habe. Das war irgendwie selbstverständlich. Stimmt ja auch, immerhin sind Muzungus reich und da spielt das Geld einfach keine Rolle.

Sie selber hat natürlich nicht viel Geld, verdient nicht viel in dem Shop. Nur als Beispiel: Sie kocht täglich Wasser ab, als Trinkwasser, denn die Flaschen sind einfach zu teuer, das kann von dem Gehalt keiner bezahlen. Beachtet auch, dass in ihrem Zimmer immerhin Strom ist, sogar ein TV. Ja, Afrika ist arm, und es beschämt einen. Wie damit umgehen? Ändern kann man es nicht, man kann es nur hinnehmen, und das wohl am besten nach außen hin regungslos, oder selbstverständlich. Ein anderes Programm gibt es nicht. Immerhin hatte sie einen schönen, und ich einen interessanten Abend. Was meine Ansprüche an einen “schönen Abend” angehen, das sieht völlig anders aus, vom Geld mal ganz abgesehen. Ich liege lieber in meinem Bett, gehe an meinen wohlgefüllten Kühlschrank, mache meine Mucke an und bestimme das Programm nach meinem Zeitplan. Da ist dann mit Sicherheit eine nette Morgennummer drin, und wann sie geht bestimme ich, und nicht ihr Chef (Job). Also lieber die “richtigen” Nutten frequentieren, das ist billiger, macht mehr Spaß und bringt es ganz einfach.

Also Ihr seht, ins Klo greifen ist nicht schwer, auch ich kann das - und muss es manchmal einfach.

Sorry wegen der etwas willkürlich angeordneten Pics in dieser Bildergalerie, die Hoch- bzw. Längsformate geben das etwas vor.

0350

 

0351

 

0357

 

0356

 

0352

 

0353

 

0364

 

0359

 

0354

 

0360

 

0355

 

0361

 

0358

 

0367

 

0362

 

0363

 

0365

 

0366

 

0368

 

0369

 

0374

 

0376

 

0378

 

0372

 

0375

 

0377

 

0381

 

0379

 

0380

 

0385

 

0373

 

0370

 

0371

 

0382

 

0383

 

0384

 

0386

 

0387

 

0388

 

0389

 

0393

 

0391

 

0390

 

0392

 

0394

 

0395

 

0396

 

0397

 

0398

 

0399

 

0400

 

0401

 

0402

 

0403

 

0404

 

PFEIL1
PFEIL2

[Home] [ke1] [ke2] [ke3] [ke4] [41] [42] [ke5] [ke6] [ke7] [ke8] [ke9] [ke10] [ke11] [ke12] [ke13] [ke14] [Vids]