Down in Cambodia
Eine Bestandsaufnahme





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Dieser Bericht...




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...versteht sich als mehr oder weniger nüchterne Bestandsaufnahme vor allem der Rotlichszene in Phnom Penh, Siem Reap (Angkor Wat) und Sihanouk Ville (Kompong Som). Wie immer wird aber auch das Drumherum beleuchtet, soweit für einen “normalen” Spaßtrip nach Kambodscha sinnvoll. Sehenswürdigkeiten wie die Tempelanlagen von Angkor, an denen man schlecht vorbeikommt, werden ebenfalls besucht und kurz gestreift. Die drei bereisten Orte unterscheiden sich recht krass in jeder Beziehung; vor allem der Spaßfaktor, auf dem hier natürlich der Focus liegt, ist deutlich unterschiedlich ausgeprägt, und das - ich sage es gleich hier anfangs deutlich - auf niedrigem Niveau, wenn man andere Destinationen wie vor allem Thailand oder die Philippinen kennt. Der Titel dieses Reports ist nicht zufällig “zweideutig” gewählt, das Land hat sich meiner Meinung nach inzwischen diesbezüglich (auf den Spaß bezogen) deutlich verändert, und das in die falsche Richtung.

 

Es wird wahrscheinlich der eine oder andere Leser nach der Lektüre dieses Berichts von einer in Betracht gezogenen (oder gar schon geplanten) Reise Abstand nehmen, wie es z.B. auch bei meinem Bali Bericht der Fall war - ich verstehe mich nicht als jemand, der zwangsläufig jedes Urlaubsziel anpreisen muss und dabei sich und anderen die Dinge schönlügt. Im Gegenteil, die sachliche Betrachtung der Szene gehört ebenso zu einer guten Berichterstattung, wie das Ansprechen eben dieser negativen Entwicklungen - das erspart Reisenden Zeit und Geld, und vermeidet Enttäuschungen.

 

Wer sich hingegen auch nach dem Lesen dieses Berichts auf eine Reise einlässt, weiß dann in etwa, was ihn erwartet und kann sich darauf einstellen. Das Land hat nach wie vor einen speziellen Reiz und einen besonderen Charme. Allen Lesern, die sich dafür interessieren, wie es in Kambodscha noch vor einigen Jahren war, empfehle ich die Lektüre meines Berichts “Neues aus Kambodscha und Vietnam”, und vor allem auch “Grubert in Phnom Penh”. Letzterer ist schon in die Jahre gekommen, ist aber gerade deswegen interessant. Es geht dort um die Zeiten in der die Bars in Phnom Penh noch freizügiger waren, und das “Svay Pak” (K11) hatte noch geöffnet. Wo ja leider einige Kranke ihr Unwesen trieben, was zur Folge hatte, dass diese wenigen Perversen den Platz für alle kaputt gemacht haben, die Polizei musste dort einschreiten und es kurzerhand schließen.

 

Nun habe ich ganz bewusst ein vorläufiges Gesamt- Fazit quasi schon vorweg genommen, auch um von vornherein Eure Erwartungshaltung etwas auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Auf die einzelnen Orte werde ich natürlich noch näher eingehen und diese auch in Bezug auf Vergleiche zu früher, Entwicklungen, Gesamtbewertungen etc. beleuchten und kommentieren.

 

Trotzdem ist meine Sicht der Dinge selbstverständlich in vielerlei Beziehung subjektiv; mancher mag im Einzelnen zu anderen Ergebnissen (und Erlebnissen!) kommen als ich.




Anreise



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Der Pochentong International Airport in Phnom Penh lässt sich aus Europa bzw. D/A/CH kommend am komfortabelsten mit Thai Airways anfliegen, aber auch Air France, Etihad und Singapore Airlines haben Flüge (es gibt keine Direktflüge). Die Umsteigezeiten dürften bei der Thai am komfortabelsten sein. Das Ticket kostet wenig mehr als nach Bangkok, die Stopovermöglichkeit auf dem Hin- und/oder Rückflug ist kostenlos und wird gern genutzt. Nicht jeder will seinen ganzen Trip ausschließlich in Cambodia verbringen, viele splitten die Zeit mit einem Thailand Aufenthalt - was nach Lage der Dinge und zur Spaßoptimierung sinnvoll ist.

 

Das Visum wird (ein noch 6 Monate gültiger Reisepass ist Voraussetzung) per “Visa on Arrival” am Airport (übrigens auch am internationalen Airport in Siem Reap) ausgestellt. Das Touristenvisum kostet 20 USD, ein Passbild ist nötig. Hat man dieses nicht, kostet es etwas extra. Es gibt auch ein Business Visum, dieses kostet 25 USD, hat aber keinerlei Vorteile, außer dass man es um max. ein Jahr verlängern kann, das Tourist Visum nur um einen Monat. Wer das machen will sollte sich damit an ein Travel Office wenden, um den Schikanen der Behörden auszuweichen. Man kann sich über das Internet ein E-Visum besorgen, was aber umständlich und natürlich mit Kosten verbunden ist. Es hat ansonsten keinerlei Vorteile, außer einer Abkürzung der Wartezeit. Das Visa on Arrival wird auch an den Grenzübergängen erteilt, falls man über Land einreist.

 

Es ist von Vorteil möglichst als einer der ersten aus dem Flieger zu kommen, ich empfehle deshalb auf dem letzten Stück nach PNH einen Sitzplatz vorne zu reservieren.

 

Wie ich es diesmal erlebt habe:

 

Flug mit Thai angenehm, ich erfahre am Check In dass der Flieger ausgebucht ist bis zum Anschlag und gönne mir ein One Way Upgrade für 711 € bis BKK. Essen und Service toll. Die Sitze sind nicht mehr zeitgemäß, da nicht waagerecht als Bett einstellbar. Aber daran arbeitet die Thai ja derzeit auf vollen Touren. Die Wartezeit in BKK ist nur etwas über eine Stunde. Im Transitbereich muss ich wieder durch die nervigen x-ray Kontrollen, hier muss man auch die Schuhe ausziehen. Was soll’s, muss ja sein. Die Boeing 737 nach PNH hat eine Überholung nötig, aber die Flugzeit beträgt nur 50 min. Ich habe extra einen Platz ganz vorne reserviert, 2. Reihe hinter der Business Class. So komme ich schnell aus dem Flieger, muss nicht lange für das Visum anstehen und gelange relativ schnell an das Gepäckband. Seit dem mir mal eine Khmer Tante vor Jahren meinen Koffer klauen wollte (siehe auch “Neues aus Kambodscha”), bin ich hier immer etwas nervös. Das Visum kostet 20 USD und geht ruck zuck. Was für die meisten, die nach mir kommen, nicht gilt, die Warteschlange ist fett und lang.

 

Die übliche Prozedur: Man gibt links an dem langen Tresen mit den vielen Beamten, die da in einer Reihe sitzen, seinen Pass und die bereits in Flieger ausgefüllten (werden dort oder in der Wartehalle in BKK verteilt) Formulare für die Einreise nebst dem Passfoto ab, zahlt rechts und wartet darauf, dass der Pass die diversen Stationen durchlaufen hat. Schließlich wird der Name aufgerufen und der Pass hochgehalten, s.d. das Lichtbild sichtbar ist.

 

Dann zum Immigrationsschalter. Dort sitzen meist unleidige Uniformträger und kommandieren einen durch die Prozedur. Zuerst in die Cam schauen für das Foto, dann Fingerabdrücke abgeben. Dazu zuerst die 4 Finger der einen Hand auf den Scanner, bis der grünes Licht anzeigt, dann den Daumen, dann das gleiche mit der anderen Hand. Schließlich erhält man den ersehnten Stempel und wird auf das Land losgelassen.

 

Mein Gepäck ist gleich beim ersten Schwung mit dabei, gut dass ich so schnell hier bin. Bei meinem letzten Besuch hier wurden ja die Gepäckabschnitte kontrolliert, ob jeder auch das Richtige mitnimmt. Davon ist hier und heute nichts zu sehen…

 

Der ATM in der Gepäckhalle spuckt maximal 250 USD pro Vorgang aus und berechnet dafür 4 USD Gebühren. Ich ziehe mit einer Karte 2 mal 250, eine andere Karte will er nicht, „falsche PIN Nummer“, was Quatsch ist. Kambodscha! Eine Karte ist hier nicht genug, wer sich besser fühlen möchte sollte mindestens 3 haben.

 

Dann noch die „nichts zu verzollen“ Erklärung dem Zollbeamten in die Hand drücken, besser gesagt bekomme ich sie von einer genervten Beamtin aus der Hand gerissen. Mann sind die hier alle scheiße drauf.

 

Draußen kommt eine Reihe von Wechselstuben. Kurs habe ich nicht gecheckt, wahrscheinlich ist der in der Stadt besser (wie üblich auf dem Markt oder in den Goldshops). Man bekommt hier auch schon SIM Cards fürs Handy.

 

Der nette Chauffeur des Cardamom Hotels ist schon da und hält ein Schild mit meinem Namen in die Luft. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten und kostet 12 USD, wenn man ein Airporttaxi nimmt kostet es 7 USD. Hab aber mal diese Variante gewählt, da garantiert stressfrei.





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Wohnen



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Zunächst wohnte ich im


Cardamom Hotel, Phnom Penh, Kambodscha

No 69, St. 174, Sangkat Phsar Thmey III, Khan Daun Penh, Phnom Penh Cambodia

Phone (855)23 98 8888
Fax (855)23 98 9999

Homepage

 

0022Das Hotel ist am besten über Agoda zu buchen. Standard/Deluxe Zimmer kosten dort etwa ab 26/30 € 30/35 € (incl. Gebühren), die Walk In Preise sind deutlich höher. Ich habe mich vom Airport abholen lassen mit der Hotellimousine, was 12 USD kostet und zuverlässig funktioniert.

 

Es liegt sehr gut bzw. zentral, wenn man Nachtschwärmer ist, aber auch für Tagesaktivitäten. Das als Aufriss- und Abschleppschuppen bekannte “Walkabout”, die “Heart of Darkness” und “Pontoon” Dissen sowie die sich anschließenden Bars liegen eine Ecke weiter, der Central Market kann in etwa 5 Minuten zu Fuß erreicht werden.

Hotel und Zimmer sind ein Tipp, alles ist neu und ist blitzsauber, der Service stimmt (sehr freundlich und auf zack). Das Essen alá Card (Roomservice bis abends) ist gut, das Frühstücksbuffet (im Preis inbegriffen) ist sehr gut.

Wie in Kambodscha üblich ist auch dieses Hotel girl friendly, d.h. die Schönen der Nacht können problemlos mit aufs Zimmer genommen werden. Allerdings wird auf Registrierung an der Rezeption mittels ID Card bestanden, was man auch als Vorteil verstehen kann (Sicherheit). Hat das Girl keinen Ausweis, muss man eine Erklärung unterschreiben.

Ich hatte ein Deluxe Zimmer im obersten Stockwerk. Die Einrichtung ist in allen Räumen OK, das Zimmer hell, der Ausblick gut und die Lautstärke (der immer gegenwärtige Straßenlärm in PNH) hält sich wegen der Höhe in Grenzen (kein Problem). Internet (WIFI) zeigte mir nur ausreichende Signalstärke an, funktionierte aber reibungslos und zügig. Der Safe ist groß genug für etliches an Equipment wie Kameras und/oder Computer. Es gibt einen Rauchmelder und eine Sprinkleranlage. Die Aircon bläst leider direkt aufs Bett, was sich auch durch Einstellen der Schlitze nicht ganz verhindern lässt. Bademäntel und Schlappen gehören dazu.

Das Bad ist groß und zweckmäßig eingerichtet (großes Waschbecken/Ablage und Duschkabine). Manche Zimmer haben einen Balkon.

Alle Fotos sind von Deluxe Zimmern, außer das letzte Bild: Blick in eine Suite mit 2 Räumen.

Fazit: jederzeit wieder. Meiner Meinung nach derzeit mit das Beste, was man in Phnom Penh an Zimmern bekommen kann für den Preis, vor allem, wenn man über eine Internet Buchungsmaschine wie eben Agoda bucht.  





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Im Hotel will man mich upgraden auf Suite, aber nur für 2 Tage. Ich sage dass ich nicht umziehen möchte und eine Suite mit 2 Zimmern mag ich auch nicht (viel zu unübersichtlich bei Damenbesuch). Daraufhin soll ich im obersten Stock (8) das vereinbarte Zimmer „Deluxe“ mit Einzelbett und Balkon bekommen. Es ist noch nicht fertig, ich soll noch 20 Minuten warten, bis die Putze es hergerichtet hat. Mache ich gerne, lt. Buchung sind die Zimmer ab 1400 beziehbar, jetzt ist es gerade mal 1000. Ich schaue mir das Zimmer trotzdem schon mal an. Es ist ok, gut, geräumig und hell, schönes Bett. Ich vergesse den Balkon zu besichtigen.

 

Als ich dann mit meinen Koffer im fertig hergerichteten Zimmer stehe höre ich Baulärm von draußen, gehe auf den Balkon und sehe weit unter mir einen riesigen Bagger stehen, der den Lärm verursacht. Mist, einmal nicht dran gedacht den Ausblick zu checken, schon reingefallen. Ich sage dass mir das zu laut ist, der Bellboy ist nett, telefoniert mit der Rezeption und 5 Minuten später habe ich ein Deluxe im gleichen Stock, Doppelbett und nach hinten raus, allerdings ohne Balkon.

 

Hotel und Zimmer sind ein Tipp, vor allem wenn so günstig gebucht (Agoda). Alles ist blitzsauber und sieht neu aus, das Bett ist super, Wasser auch hier oben mit ausreichend Druck, WIFI zeigt unter Signalstärke „ausreichend“ an, funktioniert aber tadellos. Sogar einen großen Zimmersafe (Zahlencode) gibt es, klasse. Restaurant liefert Speisen bis abends ins Zimmer. Ich bestelle ein Hühnchen Porridge für nicht billige 4,25 USD, es ist sehr gut und viel.

 

Ich packe meinen Krempel aus, gehe noch in einen benachbarten „Supermarkt“ (a lá Cambodia), kaufe 12 halbe Liter Wasser, ein Stück Seife, eine Miniflasche „Head and Shoulders“ für meine Lockenpracht und zahle 13.500 Riel dafür. Gebe 10 USD, bekomme 6 USD und 2500 Riel zurück, nachdem ich freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen habe, dass die 1500, die es ursprünglich nur sein sollten, 1000 zu wenig sind. Ein USD sind 4000 Riel. Es ließ sich anhand der fein säuberlich auf der Handinnenfläche der Verkäuferin notierten Rechnung relativ schnell und einfach nachrechnen. Die Leute sind nett, arm und 1000 Riel sind 25 US Cent, auf die Hinterbeine stellen oder laufen lassen, das ist in so einem Fall immer die Frage.




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