Das Tropicana

0164

Ja, das muss ich mir doch auf jeden Fall antun, wenn ich schon mal hier bin, dachte ich mir. In der weltberühmten Tropicana Show zu tanzen bzw. aufzutreten ist der Traum eines jeden kubanischen Tänzers/Tänzerin. Kuba hat eine ausgeprägte, qualitativ weit oben angesiedelte Scene für Tanzshows dieser Art und die Leute zahlen viel Geld, um sich das einmal im Leben anzusehen. Das vorab, es hat mir gefallen, aber einmal reicht.

 

0162Das Ticket ist in jedem größeren Hotel in Havanna buchbar, ich habe es im Melia Cohiba gekauft, wo ich auch des Öfteren für Internet Zugang war. Da ich vor allem auch Fotos und Videos machen wollte, habe ich die beste Kategorie gewählt, Preis 95 CUC. Dresscode (lange Hose, Hemd mit Kragen, worauf ich beim Kauf hingewiesen wurde, obwohl ich wirklich auch dort nicht wie ein Penner rumgelaufen bin), am Eingang habe ich für die Foto- und Videocam insgesamt noch mal 20 CUC bezahlt.

 

Dafür bekam ich einen Tisch in der ersten Reihe, der zum Fotografieren noch nicht mal sooo ideal war, aber OK. Es gab in der Preisklasse eine kleine Flasche “Havana Club 7 Años”, das ist 7 Jahre alter Rum. Hab ich mit in die Casa genommen. Softdrinks gab’s den ganzen Abend gratis.

 

Ein paar Fotos?

0165

 

0166

 

0167

 

0168

 

0169

 

0170

 

0171

 

0172

 

0173

 

0174

 

0175

 

0176

 

0177

 

0178

 

0179

 

0180

 

0181

 

0182

 

0183

 

0184

 

0185

 

0186

 

0187

 

0188

 

0189

 

Die Show dauerte über zwei Stunden.

0190

 

0191

 

0192

 

0193

 

0194

 

0195

 

0196

 

0197

 

0198

 

0199

 

0200

 

0201

 

0202

 

0203

 

0204

 

Aus meinem Tagebuch

0206

Langsam lebe ich mich ein; Havanna hat mir auf den ersten Blick gefallen. Frühstück im Casa, dann latsche ich zum Cohiba fürs Internet, morgen vielleicht noch mal, dann ist das vier Tages Ticket (25) aus und ich werde es wohl im Presidente probieren. Kostet etwas mehr, wenn man länger online ist, liegt aber um die Ecke.

Ach ja, gestern Abend war ich im Tropicana, teuerster Platz für 95, gebucht im Melia Cohiba. Foto und Video gehen extra (5+15). Der Platz ganz vorn ist nicht sooo optimal, aber es geht ganz gut. Ich halte drauf, was das Zeug hält. Die Show ist sensationell. Der Taxler, ein Illegaler, total verhauene Karre, er selber alt und naja, völlig abgelutscht eben, alles stinkt nach Diesel. Er hat da wohl noch nie jemanden hingefahren, ich selbst wusste nicht, dass es doch ein ganzes Stück ist und der fragt mich tatsächlich nach den Preis. „Fünf?“ meint er schließlich fragend, ich willige ein. Er ist ein  ganz Netter, unterwegs versichern wir uns abwechselnd gegenseitig, ob es wirklich ins Tropicana geht. Der Preis ist fast etwas billig, ich gebe ihm sechs, weil ich die grade klein habe (zwei drei Peso Scheine).

Der Taxler auf dem Rückweg hat ein „neues“, gelbes Auto, will erst 15, ich kriege ihn auf 12 runter. Will nicht zu viele Experimente machen mit dem ganzen Kamerakram, es ist nach Mitternacht. Der Typ fährt wie ein Henker und ist ein Arsch. Habe die Erfahrung gemacht, je älter Auto und Fahrer, desto ehrlicher und bescheidener.

 

*****

Ich brauche eine neue Casa ab nächster Woche, sind zwar noch ein paar Tage hin, ich will das aber nicht auf den letzten Drücker machen. Ich lasse mich ins Centro fahren, der Tipp aus dem Reiseführer funzt aber nicht. Ich soll einen (!) Tag vor Datum dort nochmal nachfragen, ob was frei sei. Damit ich dann ohne dastehe und jeden Preis für jedes Loch akzeptieren muss? Ganz bestimmt nicht.

Die offiziellen Schilder mit dem Hinweis, dass es eine Casa Particular ist, sind nicht zu übersehen, so suche ich also auf eigene Faust und schaue mir einiges an. Alles Löcher, fensterlos z.T. und winzig. Schließlich habe ich in einer der Casas eine Frau an der Strippe, die Englisch spricht und der ich genau erkläre, was ich suche. Groß und hell soll es sein. Daraufhin begleitet mich jemand zu einer Adresse ganz in der Nähe, die ich ansonsten sicher nie gefunden hätte. Nach dem Klingeln wickelt eine sehr alte Frau eine Leine von einer leeren Plastikflasche und seilt so einen Korb ab, in dem wiederum der Schlüssel liegt.

Es ist ganz oben, enge, steile Treppenstufen, ich denke es ist der vierte Stock. Das Apartment ist alt wie alles im Centro, aber es ist ganz passabel, vor allem viele alte Lamellenfenster mit Blick auf das, was die Stadt hier ausmacht, alte Häuser und deren Dächer. Toll. Gefällt mir sofort, ich vereinbare alles für die nächste Woche, will erst mal acht Nächte bleiben. Kostet 50, es hat wieder zwei Schlafzimmer, aber lieber zu groß als zu klein. Und es ist ganz oben, Licht genug, das hat was. Mit mehreren kleinen Balkonen. Ich zahle 50 an und lasse die Kopie meines Passes da. Zu der alten Dame habe ich gleich Vertrauen.

Ja, Havanna hat mir sofort gefallen, aber hier, mitten im Leben, dort, wo es unglaublich quirlig und auf eine andere Art wieder sehr ruhig ist, was auch daran liegen mag, dass es kaum Autos gibt, man läuft ungestört mitten auf der Straße, ist es viel, viel besser als im „sterilen“ Vedado. Nichts gegen mein Apartment hier, es ist toll, aber nun weiß ich, dass es für mich persönlich nur das Centro oder evtl. auch Vieja sein kann. Freue mich schon auf die Casa.

Laufe weiter zum Capitolio, was ganz in der Nähe liegt und von dort die breite Straße („Paseo de Marti“, besser bekannt als „Prado“) runter bis fast an den Malecón. Die Straße ist so etwas wie eine „Rambla“, wie man sie aus Barcelona oder Santa Cruz de Tenerife kennt: die Fahrbahnen rechts und links sind durch einen sehr breiten Fußgängerbereich getrennt, welchen Bäume säumen, in der Mitte flaniert man durch diese entspannte Atmosphäre. Künstler stellen ihre Gemälde oder Bastelarbeiten aus; ich selbst bin gar kein Freund von mitgebrachten Staubfängern, was bei mir Zuhause an der Wand hängt, wurde mit Bedacht ausgewählt. Trotzdem finde ich auf Anhieb sicher 5-10 kleinere und größere Gemälde (Öl auf Leinwand), die ich sofort mitnehmen würde. Handwerklich sehr gut, kein Kitsch (naja von den typischen Kubadingen wie „Ché“ und „Zigarren“ mal abgesehen) und wirklich schön. Werde hier ganz bestimmt was kaufen.

Ich latsche ganz gemächlich und stressfrei weiter und resümiere für mich selbst... Weiber? Habe in zwei oder drei Tagen/Nächten noch nichts geschossen. Es ist so, hellbraune Latinas und weiße Chicas gefallen mir nicht wirklich; für mich muss es schwarz oder zumindest dunkelbraun sein. Außerdem habe ich hohe Ansprüche an die Figur, 40 kg Klasse bevorzugt, Ihr wisst schon. Ich kann die fetten Bratärsche und Oberschenkel einfach auf den Tod nicht ab. Es stimmt; nur 10% der kubanischen Bevölkerung sind schwarz, davon lebt der Großteil im Osten, also Großraum Santiago. Habe die eine oder andere Sahneschnitte gesichtet in den letzten Tagen, aber die waren alle entweder besetzt oder sonst wie gerade nicht in Reichweite. Habe überhaupt keinen Bock, IRGENDWAS zu vögeln, dafür fliege ich nicht so eine Strecke, das mache ich auch anderswo nicht.

Dann fallen mir, ich bin schon fast bei den Taxen am Ende der Allee, zunehmend die Mädels auf, die dort auf den Steinbänken sitzen und mich auffällig unauffällig, aber eindeutig anlächeln. Dann sehe ich sie: klein, zierlich, lange Haare, sehr jung, toller Body, vor allem strahlt sie mich dermaßen an... ja, das ist Kuba, wie ich es mir vorstelle. Ich gehe zuerst vorbei, zumal sie dort mit einem jungen Typen sitzt, wahrscheinlich ihr Stecher. Überlege kurz und drehe um, zumal sie mir deutliche Avancen gemacht hat. Der Kerl verschwindet, als ich auf sie zugehe. Sie ist 21 und kommt aus Santiago; leider ist sie nicht sehr dunkel, eher Mulatta oder Latina mäßig. Aber der Rest stimmt total.

Sie spricht sogar etwas Englisch, wohl mehr als ich Spanisch. So klappt es ganz gut mit der Verständigung. Habe eh die Erfahrung gemacht, wenn ich Englisch spreche und mein Gegenüber Spanisch, kommt meist das Wesentliche an – mit etwas Geduld. Lustig, so ein Gespräch in zwei Sprachen und Ameiseneiern in der Hose.

Ob sie Blow Job könne, sofort bejaht sie und lacht verschmitzt. Wie war das noch neulich am Malecón, nachts eine junge, hübsche Torte schrie mir ein angewidertes „No!!!“ ins Gesicht, als ich danach fragte. Weiß nicht, was die Weiber wollen... arbeiten, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, oder Alleszahler für nichts? War das eine Zicke. Stehengelassen. Oder die letztens nachts vor der Disco auf der La Rampa, die ich nach ihrem Namen fragte und die mir als Antwort „80“ aufs Smartphone tippte... braucht das einer?? Ganz sicher nicht.

Lass uns in meine Casa fahren sage ich, ich will nur eine Stunde, wie viel sie wolle. „40“  sagt sie, sie ist es mir wert und ich verhandle nicht. Ich muss mit etwas Abstand vorgehen (wegen der hier überall präsenten Polizei). Im Taxi küsst sie mir sofort lang und nass auf den Mund, ich merke, die kann’s – und die will’s.

In der Casa erstmal registrieren; ich klopfe nebenan bei den Besitzern an die Tür, während ich meine aufschließe. Die Hausdame ist nett wie immer und nimmt die ID meiner Schönen der Stunde, bringt sie Minuten später zurück. Sie hat sie eingetragen.

Sie ist keine Enttäuschung; im Gegenteil. Ihre Maus ist rasiert, aber schon wieder stoppelig. Ich drücke ihr einen der Einmalrasierer in die Hand und sie macht sich schön blank für mich. Ich fummle währenddessen an ihrer Maus herum, sie hat lange Schamlippen und offenbar einen entsprechenden Kitzler, was mir super gefällt. Ich sage ihr das auch, mache überhaupt ein paar nette Komplimente. Die Weiber stehen drauf und hier ganz besonders.

Im Bett Schmusen und Knutschen, ich lecke kurz ihre Schnalle, weil ich merke, sie ist sauber. Dann lasse ich sie blasen, Volltreffer. Sie kann es wirklich, lang und nass, mit und ohne Handeinsatz, massiert mir die Eier, leckt sie auch, saugt sie sich einzeln in den Mund, was ich aber gar nicht mag. Ich ziehe sie hoch und will sie aufsitzen lassen, nein, sie will ein Kondom. Dass ich erst kürzlich einen Test gemacht habe interessiert sie gar nicht, sie hat Angst, schwanger zu werden. „Leche la Boca“  („Milch in den Mund“) sage ich, was ich letztens in der DomRep gelernt habe, sie versteht es und lacht. Sie sitzt auf und schiebt ihn sich rein. Es folgen ein paar Minuten Rein Raus in zwei oder drei Positionen, ich bin zu geladen für mehr. Halte mich an die Abmachung und positioniere sie wie üblich; mit der linken Hand begrapsche ich ihren Hintern und fingere dabei ihre Möse, mit rechts wichse ich in ihren Mund. Sie macht artigst mit, leckt und saugt, die Portion hat sich gewaschen. Die Hälfte läuft wieder aus ihrem Mund aufs Betttuch. Nachdem sie die Hälfte meiner Babys ins Klo gespuckt hat (wieso sind die Weiber nur immer so unromantisch?), kommt sie gleich mit Klopapier, um sich um den Rest zu kümmern.

Ja, an die kann ich mich gewöhnen. Erzähle kurz was von meinen Plänen, sie will gleich mit nach Varadero und auch in die andere Casa. Diese hier hat sie wohl ziemlich beeindruckt, vielleicht auch deswegen. Aber sie war auch vorher im Taxi schon richtig gut drauf, Stichwort „GFE“ (Girl Friend Experience“). Schicke sie mit 40 weg, sie soll abends um neun wieder hier sein, aber bitte pünktlich, dann gehen wir wohl ins „Waoo“ was essen und anschließend in irgendeine Disse oder so, mal sehen.

Man darf gespannt sein. Ach so, Preis für LT (Longtime = über Nacht) handle ich von 60 auf 50 runter. Ich fühle mich „geangelt“... wie schön.

0207

 

0208

 

0209

 

0210

 

0211

 

0212

 

0213

 

0214

 

0215

 

0216

 

0217

 

0218

 

0219

 

0220

 

0221

 

Wie Kubaner drauf sind

0223

Ein paar Dinge, die mir dazu einfallen.

 

Den Kuba Erstbesucher befällt der initiale Kulturschock sicher dann, wenn er beim ersten Kontakt mit der Stadt sieht, wie alt und einfach alles ist. Die Autos, die Häuser, das Mobiliar usw. Der zweite Kulturschock stellt sich wahrscheinlich dann ein, wenn er merkt, wie die Kubaner damit umgehen. Denn man stelle sich mal vor, wie hoch der Grad der Unzufriedenheit bei uns Zuhause wäre, wenn wir unter diesen Umständen leben würden. Unsere eh ständig quengelnden und unzufriedenen, mürrischen Landsleute würden wohl, da die langen Gesichter kaum noch ausbaufähig sind, alle von der Brücke springen _fool

 

Es ist ihr Geheimnis, warum und wieso Kubaner immer und überall trotz der Umstände ständig gut drauf sind, lächeln und vor allem Lebensfreunde und Freundlichkeit versprühen.

 

Kubaner sind soziale Wesen, sie sind gern unter Leuten. Und sie sind sehr kommunikativ. Vielleicht lernt man das beim Schlangestehen? Ja, diese Übung kann Geselligkeit durchaus fördern. Was sollte man auch sonst tun, als sich beim Warten zu unterhalten und die neuesten Witze zu erzählen? Schaut man an den Wochenenden in Havanna auf den Malecón, glaubt man zunächst, es fände eine große Sportveranstaltung statt. Alles was Füße hat entflieht der tristen Enge und aufgestauten Hitze der Wohnung, um mit der Freundin zu knutschen, mit Kollegen zu tratschen oder einfach nur mit der kompletten Familie zusammen zu sein und bei mitgebrachten Getränken eine schöne Zeit in traumhafter Kulisse und angenehm kühlendem Wind zu verbringen.

 

Kubaner leben i.d.R. nicht allein. Die Familie hat eine großen Stellenwert und die Mutter ist zeitlebens ein fester Dreh- und Angelpunkt für jeden Kubaner. Die Väter weniger, denn trotzdem fast jeder eine Beziehung hat - gewechselt wird öfter und so manche Mutti hat fünf Kids von fünf Vätern. Mit der Treue nimmt man es eh nicht allzu genau.

 

Kubaner sind impulsiv, sie zeigen oft auch in Gesprächen, in denen es um belanglose Dinge geht, Emotionen. Das äußert sich durch entsprechende Mimik und Gestik, zu der unsereins bestenfalls fähig wäre, wenn gerade das eigene Auto abgefackelt wird.

 

Kubaner sind sehr humorvoll. Der schwarze Humor hat hohen Stellenwert, was angesichts der als desaströs zu bezeichnenden Wirtschaftssituation und der daraus resultierenden Versorgungslage nicht wirklich verwundern kann. Die Mutigeren machen auch Witze über die “bärtige Familie”, womit natürlich die Castros gemeint sind und besonders der “Comandante en Jefe” und “Maximo Lider” Fidel.

 

Kubaner neigen dazu, sich (und anderen!) die Welt etwas schönzulügen und es mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau zu nehmen. Seid also nicht zu sehr enttäuscht, wenn das eine oder andere Detail einer Schilderung nicht wirklich stimmt oder wenn ein felsenfest gegebenes Versprechen nicht eingehalten wird. Es ist so etwas wie Notwehr. Wer also Geld an einen Kubaner verleiht, kann das gerne tun, es ist immer eine gute Tat, aber damit zu rechnen, dass er es jemals zurück bekommt, ist ziemlich naiv. Auf entsprechende Forderungen, die man dem Schuldner vorträgt, wird tief erstaunt bis entrüstet reagiert.

 

Mit das Wichtigste im Leben eines Kubaners sind Beziehungen, also “Vitamin B”. Ohne diese kommt man kaum über die Runden. Die Mangelwirtschaft kann nur im Kollektiv einigermaßen überstanden werden. Man hilft sich gegenseitig, so gut es geht. Kubaner sind solidarisch mit ihren Landsleuten. Auf den Autobahnen und Überlandstraßen stehen z.B. immer viele Tramper, von der Hausfrau bis zum Polizisten und alle kommen irgendwie ans Ziel, trotz kaum vorhandener Verkehrsdichte. Dazu benötigen sie viel Geduld, die teils in Lethargie ausarten kann. Nach 50 Jahren Versprechungen kein Wunder...

 

Kubaner lieben ihr Land und sind stolz darauf. Und auf die Errungenschaften der Revolution, auch wenn natürlich (zu Recht) viel gemeckert wird. Als Gast sollte man sich mit Kommentaren diesbezüglich besser zurückhalten. Wer den Kubanern mit offenem Herzen und freundlich auf Augenhöhe begegnet, wird schnell menschlich akzeptiert und aufgenommen. Man sollte stets versuchen, sich in die Lage der Kubaner zu versetzen, auch wenn das nur ansatzweise gelingen kann - der Versuch wird bemerkt und mit Herzlichkeit honoriert. Freilich sind wir stets der “reiche” Gringo und es wird erwartet, dass wir etwas von unserem Reichtum abgeben, wenn man in einer Gruppe ist. Also ratet mal, wer das Bier bezahlt...

 

Wer hingegen Kubanern gegenüber arrogant und oberflächlich rüberkommt, wird mit Missachtung gestraft und ignoriert.

 

Ich persönlich schätze mal, dass in etwa grob die Hälfte der Kubaner ganz zufrieden ist mit der Situation bzw. sich mehr oder weniger mit ihr arrangiert hat. Das sind die, die vom System profitieren. Neben der vernachlässigbar kleinen Gruppe von hohen Amtsträgern gibt es die Polizisten, Armeeoffiziere, Beamte usw. die durch das System ein erkleckliches Auskommen haben. Z.B. weil sie ein privates Touristentaxi haben oder eine Casa Particular vermieten dürfen. Nein, das darf nicht jeder, eine gewisse Systemtreue oder zumindest das Fehlen einer allzu kritischen Einstellung dürfte dafür Voraussetzung sein.

 

Unzufrieden sind die Unterdrückten, die, die unter dem Eingesperrt Sein und der mangelnden Freiheit, was die Grundrechte wie Versammlungsfreiheit oder freie Meinungsäußerung angeht, leiden.

 

Privilegiert sind die, die irgendwie an die begehrten Peso Convertible gelangen können, sei es durch einen Job in der Nähe des Tourismus (Trinkgelder als Zimmermädchen in Touristenhotels z.B.), sei es, weil man Verwandtschaft im Ausland hat und regelmäßig Geld geschickt bekommt. Gerade wurde das obere Limit von 500 USD auf 2000 USD (pro Quartal!) heraufgesetzt.

 

Die offizielle Bezahlung der Gehälter in Kuba erfolgt ausschließlich in CUP, also dem Moneda Nacional. Der Gegenwert für ein Monatsgehalt übersteigt das, was wir uns an Trostlosigkeit vorstellen können, bei weitem. Es reicht tatsächlich nicht wirklich zum Leben. Besonders die alten Leute können einem leid tun. Hier kommen die oben beschriebenen Faktoren betreff der Familie und der Solidarität zum Tragen. Meistens. Aber es scheint sich da sehr bald einiges zu tun auf der Isla Grande... hoffen wir das Beste für die Leute.

__zurueck __weiter
[Cuba Newbie] [Inhaltsverzeichnis] [Cuba Newbie 1] [Cuba Newbie 2] [Cuba Newbie 3] [Cuba Newbie 4] [cn41] [cn42] [cn43] [Cuba Newbie 5] [Cuba Newbie 6] [Cuba Newbie 7] [Cuba Newbie 8] [Cuba Newbie 9] [Cuba Newbie 10] [Cuba Newbie 11] [Cuba Newbie 12] [Cuba Newbie 13] [Cuba Newbie 14] [Cuba Newbie 15] [Cuba Newbie 16] [Cuba Newbie 17] [Cuba Newbie 18] [Cuba Newbie 19] [Cuba Newbie 20] [Stichwortverzeichnis]