Aus meinem Tagebuch

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Um sieben Uhr klingelt der Wecker, ich werde um neun vom Taxler (Oldie) abgeholt, ich will an die Playas del Este zum Abknipsen. Vorher gibt’s wie ausgemacht den Blow Job mit Mundschuss – tadellöser.

Die Strände sind etwa 20 km von Havanna entfernt und ganz nett bis schön. Hier (Sta. Maria del Mar) ist auch das Tropicoco Hotel, von dem ich in einem Ami Forum gelesen habe, dass es dort viele Chicas geben soll. Der Fahrer bestätigt das, allerdings sei jetzt noch Low Season, bald würden es mehr werden. Zum Tropicoco kommt man übrigens praktischerweise auch mit dem Doppeldecker Touribus, der einen festen Fahrplan hat, Haltestelle genau vor dem Hotel. Auch hier ist der Strand ganz gut, für Liegen und Sonnenschirme ist gesorgt, es gibt etwas Restauration – ein paar Buden mit irgendwas, nicht zu viel erwarten. Der Bus ist jedenfalls eine preiswerte Alternative, es ist doch ein ganzes Stück hier raus und das Tagesticket kostet ja nur fünf Peso.

Nachmittags mit N.  in den „Beauty Salon“. Sie lässt sich auf meinen Wunsch hin die Fingernägel in Blutrot machen, bei der Gelegenheit nehme ich auch gleich eine Maniküre, habe es nötig.

Mir macht eine total fette, tonnenförmige Blondine Anfang 20 die Fingernägel. Sie hat ein weißes, enges, weit ausgeschnittenes Bugs Bunny T-Shirt an, kennt Ihr ja, der lustige Hase mit der Karotte in der Hand, großen Füßen und riesigen Ohren. Er ist mit Glitter übersät. Der Inhalt ihres Dekolletés, bestehend aus zwei Käseweißen, riesigen Titten, von denen zum Glück nur das obere Drittel sichtbar ist, quillt mir entgegen.

Sie sitzt also vor mir in diesem T-Shirt, ich sehe in dieser Position aber nur die Ohren des Bunnys - und seine Füße. Der Rest wird von ihren drei Ringen (oder sind es mehr) verschluckt und ist unsichtbar. Toller Anblick, oben Riesenohren, die sich nahtlos an die Riesenfüße anschließen, in der Mitte nichts bzw. Wülste aus schierem Fett, die den Rest des Hasen verdecken. Dazu trägt sie eine körperbetonende, knallenge Hose. Ist das noch Mut, oder schon Wahnsinn. Ihre Unterarme sind stark behaart wie bei einem Bauarbeiter. Die Behaarung der Oberarme hat sie sich offenbar gezupft, übrig geblieben sind Krater auf der Haut, die aussieht, als habe man eine Gans gerupft.

Ihre mittellangen, goldblonden Haare hat sie hinten neckisch mithilfe eines lilafarbigen Gummiringes zu einem Stummelschwänzchen zusammengebunden, wohlmöglich eine Hommage an den Hasen, der ihr T-Shirt schmückt, jedenfalls dann, wenn sie steht. So liegen die zierlichen Öhrchen frei, die sich wenig überraschend rechts und links an ihrem im Verhältnis zum Restkörper winzigen Kopfes befinden. Der Haaransatz ihrer Koteletten findet unten, ich Richtung ihres Mundes, fast nahtlos Anschluss an den Damenbart, den man nur deshalb so bezeichnen kann, weil sein Träger zweifelsfrei weiblichen Geschlechts ist.

Sie scheint verschnupft; sporadisch unterbricht sie ihre Tätigkeit und greift schniefend zu einem zwischen uns auf dem Tisch liegenden, rosafarbenen Frotteetuch in Waschlappengröße, welches ich zunächst als Schweißtuch identifiziert hatte, es ist fein säuberlich einmal in der Mitte zusammengefaltet, um sich damit zuerst in herzerfrischender Weise laut trompetend die Nase zu putzen, es anschließend zunächst wieder fein säuberlich zusammenzufalten, nur damit sie es nun doch der von mir ursprünglich erdachten Bestimmung zuführen kann und sich schließlich damit die schweißglänzende Stirn abzuwischen. Zuletzt legt sie es mit einem sanft lächelnden, entschuldigenden Blick auf mich, der mich milde stimmen soll, zurück an seinen alten Platz, wieder fein säuberlich zusammengefaltet und so fast jungfräulich wirkend, wo es auf seinen nächsten Einsatz wartet,  der bald in gleicher Art und Weise sowie identischem Verlauf erfolgen wird.

Die Maniküre ist wirklich eine Katastrophe, sicher die schlechteste, die ich je hatte, sogar schlechter noch als jene damals im Gambia, bei der die Dame eine Schneiderschere für die Nägel benutzte. Aber wer wird schon an Kleinigkeiten herummäkeln, wenn ihm für nur sechs CUC ein solch grandioses Schauspiel geboten wird??

Das Lackieren der Nägel bei N. kostet 11 CUC, wahrscheinlich wurden die Finger einzeln berechnet. Sie ist begeistert, aber es sieht so aus, als habe jemand mit einem sehr großen Pinsel einen Lattenzaun gestrichen...

Auf dem Rückweg in die Casa gleich noch zum Cubi Friseur, ich warte 20 Minuten, zahle fünf CUC. Touriabneppe. Wollte nicht vorher nach dem Preis fragen, nach den vielen korrekten Taxlern usw. Aber es gibt halt überall solche und solche. Sehe, wie der kubanische Kunde vor mir wahrscheinlich 30 CUP bezahlt (etwas mehr als ein CUC). Der Barber kann meinen 20er nicht wechseln, kein Wunder, so viel hat er den ganzen Tag nicht eingenommen. Ich krame meinen Reserve Fünfer aus der Patte. Die Show konnte an die vorherige in keinster Weise anknüpfen. Immerhin ist der Haarschnitt top. Das nennt man wohl “Kontrastprogramm”.

Der Prado

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Der Paseo de Marti, auch bekannt als Prado (map), ist Havannas quirlige Prachtstraße. Er zieht sich vom Meer bis an den Parque Central beim Capitolio. Es ist eine wunderschöne Straße, hier kann man Kubaner ebenso beobachten wie Touristen aus aller Herren Länder. Künstler stellen ihre Werke zum Verkauf aus, Gruppen von Schulkindern führen irgendwelche Stücke auf oder proben für ein Fest, andere Kids fahren in ihren Seifenkisten oder spielen in den ruhigen, vom Autoverkehr kaum frequentierten Seitenstraßen Fußball.

 

Große Bäume spenden Schatten auf der großen Anlage, Marmorbänke laden zum Verweilen ein und so manche Chica hofft hier auf den Fang des Tages. Die vielen schönen Altbauten ringsum sind teils gut in Schuss, teils verfallen, teils werden sie gerade renoviert. Steinerne Löwen wachen über die Szenerie.

 

Wir bummeln einmal rauf und runter, schauen in lachende Kindergesichter, sehen Wäsche von Balkonen hängen und schauen heimlich in Hauseingänge:

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Bei Regen flüchten sich die Künstler mit ihren Werken in die Kolonnaden, ebenso wie die Chicas, die nun auffällig unauffällig in den Ecken stehen und stets darauf achten, nicht von der Polizei erwischt zu werden. Nach Einbruch der Dunkelheit wird es ruhig auf dem Prado, jetzt erst Recht wird Mann von den Chicas angesprochen. Ob wir eine Begleitung suchen? Oder eine Massage wollen? Oder doch lieber gleich “ficki ficki” (einheimischer Fachjargon)?

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Aus meinem Tagebuch

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Abends gehen wir in den Paladar „Doña Blanquita“, die Fischspieße sind heute nicht ganz durch, da die Fischstücke größer sind als normal. Auch der Kaffee ist nicht so doll, schade. Ich reserviere trotzdem einen der beiden Tische an der Balustrade mit Blick auf den Prado für den nächsten Abend, ich lade N.  und ihre beiden Freundinnen ein, die sich freuen, als wir nach dem Essen zu den beiden gehen, wieder vorbei an den alten Stromzählern und dem fehlenden Fußbodenstück, durch das ein Auto passen würde, um es ihnen mitzuteilen. Telefonempfang haben sie dort nämlich nicht.

Lasse N. im Zimmer noch etwas blasen, ohne abzuspritzen pennen wir danach ein. Der Schuss kommt morgens auf die übliche Art aus dem Rohr. Ficken mag ich sie irgendwie nicht... zweifle schon an mir selbst, ich bin irgendwie bocklos. Nach dem ersten, kurzen Hype ist die Liebe doch schneller als gedacht verflogen... aber jetzt habe ich alles klargemacht, nun nehme ich sie auch mit nach Varadero. Wird wahrscheinlich ein Fehler, OK, sechs Nächte immerhin. Dass sie danach die Kündigung bekommt, ahnt sie nicht, obwohl ich ihr sagte, dass ich nie länger als einen Tag plane.

Sie klammert doch heftig, etwas zu heftig, vielleicht bringt mich das zusätzlich runter, so was geht mir schlicht auf die Eier. Sie war denn auch, als ich im Paladar auf ihre Frage, wann ich nach Kuba zurückkäme, wie aus der Pistole geschossen antwortete „never!“ ziemlich geschockt. Ob sie lieber den üblichen Bullshit hören wolle, fragte ich, OK, dann im Februar. Oder ob ihr März lieber sei? Sie versteht nicht gleich, erst mal muss die Vokabel „bullshit“ erläutert werden, es ist doch ziemlich zäh manchmal. Stört aber außer bei solchen „ernsten“ Gelegenheiten kaum, bin froh, dass sie überhaupt etwas Englisch spricht und versteht.   

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Mist, heute schon wieder Regenwetter, ich hoffe der Wetterbericht für Varadero hält einigermaßen, es ist „durchwachsen“ angesagt. Zu viel und nur Sonne kann ja auch ganz schön anstrengend sein. Heute Nacht war es dermaßen heiß und schwül... gefühlte 200% Luftfeuchtigkeit und kaum Bewegung der Luft. Völlig nackt, ohne Decke, alle Fenster und Türen auf, klitschnass geschwitzt... 

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