Cuba Newbie
Havanna & Varadero




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Vorwort



“Grubert in Santiago de Cuba” war einer meiner allerersten Reiseberichte. Es wurde damals in USD bezahlt und die technischen Möglichkeiten der digitalen Fotografie steckten noch in den Kinderschuhen, was man an den alten Fotos gut beobachten kann. Obwohl es mir unter dem Strich damals gut gefallen hatte auf der Isla Grande, wollte ich doch so bald nicht mehr zurückkehren, da ich mit dem linksfaschistischen Polizeistaat, der seine eigenen Bewohner unterdrückt und z.B. die Chicas in das Gefängnis bzw. “Umerziehungslager” wirft, nur weil sie Kontakt zu westlichen Touristen hatten, nichts zu tun haben.

 

Aber nach all der Zeit dachte ich dass es doch mal wieder an der Zeit sei, auf der Insel vorbeizuschauen. Denn die Leute sind sehr freundlich und können nichts dafür. Zudem stehen nach einigem Hin und Her, was die Innenpolitik und das Behandeln der eigenen Leute angeht, die Zeichen auf Wandel und Entspannung, wenngleich diese Entwicklung wahrscheinlich aus der Not geboren wurde.

 

Dieses Hin und Her bezieht sich auch auf die Umstände für das Handling unseres Hobbys. Aktuell sieht es, trotz einiger Reglementierungen und Kontrollen, gar nicht mal so schlecht aus. Das gilt sogar in der Hauptstadt Havanna, wo die Polizei immer am strengsten war. Die Chicas kennen natürlich das Problem und alle Fallstricke und können damit umgehen. Am besten ist es, ihren Vorschlägen, wie in der aktuellen Situation zu verfahren ist, zu folgen. Denn es ist ihr Risiko, nicht unseres. Man bekommt die Chicas in die “Casa Particular” problemlos mit hinein, inzwischen sogar ins Hotel, allerdings muss man sie dort fest einchecken, was mehrere Nachteile hat.

 

Wie man vernünftigerweise mit allem umgeht, lest Ihr in diesem Reiseführer. Ich habe versucht, möglichst alle relevanten Dinge zusammenzutragen und darzustellen; außerdem habt Ihr hier neben einem Reiseführer auch einen Reisebericht vor Euch, der ganz praktisch anhand von Erläuterungen und authentischen Tagebucheinträgen schildert, wie es einem ergehen kann auf der Insel.

 

Ja, die Leute sind sehr freundlich und aufgeschlossen, zudem ist die Insel schön und Havanna ist unglaublich. Die trotz aller Schwierigkeiten und der Armut ständig gute Laune der Leute, deren Improvisationstalent, die gute (handgemachte!) Musik und die Lust am Feiern lassen uns staunen. Die Uhren gehen noch anders in Kuba. Vielleicht ist gerade jetzt die beste Zeit, der Insel einen Besuch abzustatten. Denn niemand weiß, wie sich die sich am Horizont abzeichnenden politischen Veränderungen auswirken werden.

 

Das vorweg: ich bin absolut positiv überrascht von allem. Die Chicas, der Spaß, die Preise, die Casas, Havanna selbst als Stadt, ja sogar das Essen ist toll, wenngleich auch Letzteres mit Einschränkungen. Man muss halt wie immer und überall wissen, wo man was wie macht und wohin man geht.

 

Mit diesem Report möchte ich Euch dazu einen kleinen Leitfaden an die Hand geben und hoffe, dass Ihr auf Eurem Trip so viel Spaß habt, wie ich ihn hatte. Aber Vorsicht, in diese Insel kann man sich verlieben!!!



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Lage, An- Ein- und Ausreise



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Der Inselstaat Kuba (map) (Beschreibung) gehört zu den Großen Antillen. Das Territorium umfasst, einschließlich der Isla de la Juventud (auch Isla de Pinos genannt) und über tausend kleinen, auf dem kubanischen Schelf liegenden Inseln, eine Fläche von insgesamt 109.884 km². Es ist nicht weit nach Amerika/Key West (südlichster Punkt der USA, “90 Miles to Cuba”) im Norden, westlich liegen gleich Haiti und die DomRep (Bericht), südlich liegt Jamaica und im Westen Cancun/Mexico.

 

Anreise/Buchen:


 

In Kuba gibt es mehrere internationale Flughäfen, die aus Europa angeflogen werden. Wer in den Westen will, z.B. nach Santiago de Cuba, nutzt den Flughafen Holguin, dann ist noch einer in Varadero, wohin es die meisten Pauschaltouristen zieht und natürlich den Flughafen Havanna, den auch ich diesmal nutzte. Verbindungen nach Europa bestehen beispielsweise mit Condor nach Frankfurt am Main, Air France nach Paris, Edelweiss Air nach Zürich und Virgin Atlantic nach London.

 

0009Ich flog mit Condor. Je nach Saison gibt es dort richtige Schnäppchen, zu manchen Zeiten ist es aber nicht unbedingt billig. Es gibt zusätzlich Reiseanbieter, die sich auf das Land spezialisiert haben. Es ist aber einfach, alles selbst zu organisieren und vorab nur den Flug zu buchen. Zumal man dann vor Ort selbst entscheiden kann, wie und wo man wohnt, jeder hat ja andere Vorstellungen. Da für unsere Spezies (Spaßtouristen) ein wesentliches Augenmerk darauf liegt, ob und wie wir die Chicas auf das Zimmer bekommen, kommt eine Pauschalreise für die meisten eh nicht in Frage.

 

Kuba ist eins der Länder, für das sich aktuelle - und vor allem belastbare - Informationen nur schwer beschaffen lassen. Was mich vorab besonders interessierte war die Frage, wie sieht es mit dem Zoll bei Ein- und Ausreise aus? Man kann in diversen Foren viel über angebliche oder tatsächliche Beschränkungen lesen, was das Erlaubte an z.B. mitgeführter Elektronik betrifft. So sei angeblich nur eine Kamera pro Person erlaubt und eine externe Festplatte für das mitgeführte Notebook.

 

0011Da sich die Vorschriften jederzeit und in wichtigen Punkten schnell ändern können, hat es wenig Zweck, diese Dinge hier explizit aufzuführen. Jedoch kann und sollte sich jeder vor seiner Reise über den aktuellen Stand der Dinge z.B. beim Auswärtigen Amt informieren - ich rate dringend dazu.

 

Es scheint auch so zu sein, dass es auf jedem Flughafen anders gehandhabt wird und es zudem Glücksache ist, an wen man bei der Einreise gerade gerät. Meine persönlichen Erfahrungen am Airport in Havanna waren absolut positiv, es gab keinerlei Ärger, Diskussionen oder Durchsuchungen. Auch die erforderliche Reisekrankenversicherung (ein MUSS, für sehr wenig Geld im Net buchbar z.B. Hanse Merkur) wurde nicht wie erwartet abgefragt. Lest unten den entsprechenden Tagebucheintrag. Das alles ist aber keine Garantie, dass das bei jedem und immer so abläuft.

 

Was neben der erforderlichen Auslands- Reise- Krankenversicherung erwähnenswert ist: man benötigt eine sogenannte Touristenkarte, die man für 25 € entweder beim Reiseveranstalter oder bei der Airline kauft. Am Flughafen Frankfurt wird die Touristenkarte im Terminal C an Schalter 729.6 und 729.7 von Condor verkauft. Wer nicht mit Condor fliegt, zahlt allerdings 35 €. Die Touristenkarte dient als Visum bis zu 30 Tagen, nähere Infos lest beim Auswärtigen Amt nach.

 

Der Flug dauert je nach Flieger um die 11 Stunden. Die für die Einreise benötigten Formulare werden im Flugzeug verteilt und können bereits dort ausgefüllt werden. Wer einigermaßen schnell aus dem Flieger kommt, hat keine ellenlange Schlange an der Immigration vor sich.

 

Tipp: bei der Anreise einen Platz vorne im Flugzeug reservieren, um als einer der ersten auszusteigen.

 

Erstes Geld wechseln: Der Airport ist sehr überschaubar. Ein Geldwechsel für die ersten Peso befindet sich sinnigerweise in der Abflughalle. Dazu muss man raus und 50 Meter nach rechts. Der Kurs ist geringfügig schlechter als in der Stadt. Die Taxen vor dem Airport haben einen Festpreis, es kostet 25 CUC nach Havanna.

 

Die Ausreise war völlig unproblematisch und lief wie in jedem anderen Land auch. Die Flughafensteuer bei der Ausreise beträgt 25 CUC. Für das Taxi von Havanna zum Airport zahlt man weniger, etwa 15 CUC.    




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Aus meinem Tagebuch



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25 kg erlaubt die Condor in der Premium Economy Class, ich habe für schlappe 80 € weitere fünf kg dazugekauft – nur one way, da ich die leise Hoffnung habe, auf dem Rückweg wird’s irgendwie weniger. Der Koffer ist pickepacke voll und bringt 31 kg auf die Waage. Mein Handgepäck wiegt auch mal wieder... schöne Schlepperei.

Der Flug verläuft irgendwie zäh in der 767, so richtig pennen kann ich nicht, OK, besser als Eco. Aber viel bringt es nicht wirklich an Platzangebot. Zudem habe ich so einen Hinterwäldler hinter mir sitzen, der meint mich ständig anmaulen zu müssen, weil ich meinen Sitz zurückgestellt habe. Wohl irgendwo aus dem Schrebergarten entwichen. Die Stewardess stellt es klar, trotzdem belästigt er mich weiter. Ich muss erst ein paar sehr klare Worte sprechen, dann ist endlich Ruhe. Was es für Volltrottel gibt.

Service und Essen sind gut. Knappe 11 Stunden braucht der Flieger, ist halt nicht der schnellste Typ.

Nachdem ich einige Horrorgeschichten über den kubanischen Zoll gelesen hatte, war ich, trotzdem es überall hieß, in Havanna sei es noch am besten bzw. harmlosesten, ziemlich angenehm überrascht, dass es so easy abging. Irgendwo stand was von max. einer Kamera pro Person, Reisekrankenversicherung würde abgefragt, manche sprachen von ewigen Diskussionen wegen irgendwelcher Geschenke, die man mitbringt. Nichts von alledem. Die junge, supernette Tante von der Passkontrolle wollte nur wissen, ob ich letztens in Afrika war (Ebola Problematik), ob ich nur den einen Pass hätte und ob ich einen Stempel wolle. Das war’s schon. Krankenversicherung wird nicht verlangt, auch beim anschließenden Durchleuchten des Handgepäcks interessiert sich niemand für meine Cams (ich habe drei Cams dabei, Notebook und zwei ext. Festplatten). Nur meinen Metallsafe wollen sie sehen, kannten sie wohl noch nicht. Aber auch so wird in mein Handgepäck nur ganz oberflächlich mal reingeschaut, sonst hätten sie es gar nicht aufgemacht.

Das ging ja echt fix. Ich bin als einer der Ersten am Kofferband, aber das zieht sich nun doch hin mit der Gepäckausgabe. Etwas kurios, erst wird noch ein anderer Flug auf unserem Band abgefertigt, dann kommen endlich unsere Koffer, aber nicht auf einem, sondern auf beiden Belts (es gibt nur zwei).

Schließlich kommt das Teil und ich starte durch, am Zoll vorbei, niemand will was wissen oder hält mich auf. Draußen dann nach rechts in die Abflughalle, denn hier gibt es zwei Wechselschalter. Der Kurs ist mies, 118 CUC (Peso Convertible) bekomme ich für 100 €, mehr wechsle ich nicht.

Das Taxi ist schnell klargemacht (25 CUC Festpreis) und bringt mich in ca. 20 Minuten nach Vedado rein zu meiner vorab im Net reservierten Casa. Der Taxler musste zuerst etwas suchen, er wollte mich schon absetzen bei der ersten Adresse am liebsten, aber mir schwante, dass die evtl. falsch sein könnte – so war es dann auch. Holzauge sei wachsam. Mit vollem Gedöns im Dunkeln irgendwo in Havanna zu stehen ist nicht das, was ich wirklich will, deswegen zahle ich das Taxi nicht, sondern schau erst mal. Nachdem der Irrtum aufgeklärt ist, findet er die Casa.



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